Kleines Gaufest – ABC

 

 

Am 16.Juli geht’s los! Das Gaufest unter'm Hochfelln!

Da wir nicht davon ausgehen können, dass die Thematik „Tracht, Traditionen und Feste des GTEV“ (übrigens: GTEV heißt Gebirgstrachtenerhaltungsverein) auch „Nicht-Trachtlern“ geläufig sind, möchten wir in unseren folgenden Artikeln ein wenig aufklären über wichtige Dinge, die man einfach wissen muss, wenn man übers Gaufest spricht. So kann man vielleicht die Bedeutung einer solchen Veranstaltung besser verstehen und hat so mehr Freude und Lust auch voll und ganz mit dabei zu sein: Beim feiern, tanzen, staunen, vielleicht auch helfen oder einfach nur um zu genießen. Denn das Gaufest soll ein Fest für alle sein!

 

A wie Aktive: Die Aktiven (ab 16 Jahren) bilden die Kerngruppe des Vereins. Sie gestalten in der Regel alle Auftritte mit. Den Aktiven gehört man in der Regel bis zur (kirchlichen) Hochzeit an. 

 

B wie Bier: In Bayern ein Grundnahrungsmittel, das beim Gaufest niemals ausgehen darf! Unsere Brauerei – das Traunsteiner Hofbräuhaus – wird nach Kräften dafür sorgen, dass das nicht passiert! Bei einem Gaufest in unserer Nähe wurden alleine beim Bieranstich 30 Hektoliter = 3000 Liter Bier ausgeschenkt – ein kleiner, lokaler Rekord! Ob wir in Bergen diese Rekordmarke knacken? Das,  liebe Bergener und Besucher von außerhalb, hängt ganz von Euch und Eurem Durst ab!

 

C wie Charivari: Eine Schmuckkette, die häufig an der Lederhose oder auch am Trachtenanzug getragen wird. Oft sind Jagdtrophäen wie Fuchszähne, Adlerkrallen, Hirschgrandl oder auch kleine Bergkristalle dran gehängt. Im Chiemgauer Raum ist das jedoch nicht allzusehr verbreitet.

 

 

 

D wie Dirndldrahn: Das Dirndldrahn ist Teil des Paartanzes, ursprünglich ein Werbetanz, der im allgemeinen zum Schuhplattln dazu gehört. Dabei dreht sich ein Dirndl möglichst schnell um die eigene Achse, so dass ihr Rock fast waagerecht in der Luft steht und von oben gesehen einen Kreis bildet. Sich so drehend bewegt es sich dabei auf einer Kreisbahn um den in der Mitte plattelnden Buam. Wer die Besten der Besten sehen will, der kommt am 26.07. ins Festzelt nach Bergen zum Gaupreisplattln.

 

E wie Ehrentanz: Ein Ehrentanz wird zu Ehren eines Geburtstagskindes oder Jubilars von einem benachbarten oder befreundeten Vereins aufgeführt. Da der GTEV Bergen sein 125. Gründungsjubiläum feiert, wünschen wir uns natürlich viele Ehrentänze am großen Gaufest-Sonntag, dem 19. Juli am Nachmittag in unserem Bierzelt.

 

F wie Festumzug:  Um die große Zahl von ca. 8000 Teilnehmern räumlich und zeitlich beim Festumzug bewältigen zu können, wird der Festzug in zwei Marschblöcke aufgeteilt. Der Festzug führt dann jeweils einmal von Norden und einmal von Süden kommend auf der Hochfellnstraße durch Bergen.

 

G wie Gauverband I: Der Gauverband I ist der größte bayerische Gauverband und gehört zum Bayerischen Trachtenverband e.V. Der Gauverband I mit Sitz in Traunstein hat über 41.000 Mitglieder aus 117 Vereinen und ist in 8 Gebiete unterteilt (Rupertiwinkel, Bad Reichenhall, nördlicher Chiemgau, Simsee, Mangfall, Traunstein, Berchtesgaden, Inn-Salzach). Alle diese 117 Vereine kommen am Sonntag, den 19. Juli nach Bergen, um mit uns zu feiern. Seien wir ein würdiger Gastgeber!

 

H wie  Hochfelln: Der 1674m hohe Hausberg von Bergen hat unserem Fest den Namen gegeben: Das „Gaufest unter'm Hochfelln“. Auch von Vereinen viel weiter nördlich ist unser „Felln“ von weitem auszumachen und jeder weiß wohin er fahren muss, um zum Gaufest nach Bergen zu kommen.

I wie Internet: Wer sich über das Gaufest informieren will, der schaut vorbei auf unserer Internetseite: www.trachtenverein-bergen.de

 

J wie Jubiläum: Genau am 3. September 1895 fanden sich junge Burschen zusammen, die den Trachtenverein Bergen gründeten. Wer von den Gründungsmitgliedern hätte damals gedacht, dass dieser Verein 125 Jahre später immer noch existiert und sein Jubiläum mit dem größten Trachtenfest Bayerns krönt? Darauf sind wir stolz und unseren Gründungsvätern dankbar!

 

K wie Kuchen: Etwa 800 bis 900 Kuchen werden im Laufe der Festwoche vom 16.-26.Juli gebraucht. Wer sich am „großen Backen“ beteiligen will, der darf sich gerne bei Silvia Kolbeck melden. Sie ist für jede Kuchenspende dankbar. (Telefonnummer steht auf der Homepage)

 

L wie leibliches Wohl: Für das leibliche Wohl ist natürlich bestens gesorgt. Unser Festwirt, die Landmetzgerei Kainz aus der Nähe von Grafing, ist einer der wenigen Festwirte, die sich der Herausforderung „Gaufest“ stellen. Am Festsonntag sollen innerhalb etwa 1,5 h bis zu 7.000 Essen aus der Küche ins Bierzelt getragen werden. Etwa 120 Essensausträger werden dafür benötigt, wofür wir noch eifrige Helfer suchen. Wir freuen uns auf eure tatkräftige Unterstützung! Einfach eine Email an helfer2020@gmx.de schicken, und schon lernen die halben Hendl das Laufen!

 

M wie Marketenderinnen: Sie sind die weibliche, schnapsverkaufende Begleitung von Musikkapellen. Oftmals gibt es in unserer Region sogenannte Trachtenkapellen, die einem Trachtenverein angeschlossen sind. In Bergen ist die Musikkapelle ein eigenständiger Verein, der jedoch in der Bergener Tracht musiziert. Marketenderinnen sorgen mit ihrem Schnapsverkauf für gute Laune unter den Musikanten. Trinkfestigkeit schadet diesen Damen natürlich nicht ;-)

 

N wie Nicht – Trachtler: ... gibt es in Bergen mehr als Trachtler. Dies ist aber kein Ausschluss-Kriterium für das Gaufest – denn jeder ist willkommen! Der Weg vom Nicht-Trachtler zum Trachtler steht jedem offen und ist gar nicht so schwer – wir freuen uns über jedes neue Mitglied, auch über rein passive Fördermitglieder. Die Beitrittserklärung steht auf unserer Internetseite zum Download bereit.

 

O wie Ortsvereine: Die Bergener Ortsvereine bilden das Rückgrat des Bergener Dorflebens. In Bergen gibt mehr als 30 verschiedene Ortsvereine und wir hoffen, möglichst viele davon beim Festzug am 19. Juli durch Bergen begrüßen zu dürfen.

 

P wie P(reisp)lattln: Preisplattln ist ein Wettkampf im Schuhplattln. Beim sogenannten Gaupreisplattln messen sich in Bergen am 26. Juli die besten Plattler im Gauverband I. Sie kämpfen um den Einzug in die Gaugruppe - die besten 16 aus allen 117 Mitgliedsvereinen im Gauverband. Diese 16 Buam und auch 16 Dirndl vertreten als Aushängeschild für je zwei Jahre den Gauverband I. Alle zwei Jahre werden im Wechsel die Karten neu gemischt und die 16 Plätze neu vergeben.

 

Q wie Quastenhut: Der Quastenhut ist der Trachtenhut der sogenannten Röckifrauen à siehe Buchstabe R. Die Quasten sind am Hut befestigt und sind zum Teil sehr wertvoll. Die Chiemgauer Quastenhutmanufaktur ist beim Trachten- und Handwerkermarkt am 25. und 26. Juli in unserem Festzelt vertreten. Wer Lust hat, schaut einfach vorbei!

 

R wie Röckifrauen: Im Trachtenverein nennt man die Gruppe der verheirateten Frauen Röckifrauen. Da das Hochzeitsgewand jeder Frau, das Röcki, ein Unikat ist, sind auch in Bergen die Schürzen der Röckifrauen bunt – eben genau so, wie es jeder am besten gefällt.

 

S wie Schirmherr: Die Schirmherrschaft für unser Gaufest übernimmt unser Erster Bürgermeister Bergens, Stefan Schneider. Traditionsgemäß ist der Schirmherr für das Wetter zuständig – deshalb hat er auch einen Regenschirm überreicht bekommen, den wir aber lieber als Sonnenschirm benutzen würden. Wir sagen „Vergelt's Gott“ dafür und Stefan, du weißt ja noch, was auf dem Schirm steht, oder? :-)

 

T wie Tracht und Tradition: Die Hauptaufgabe eines Trachtenvereins gemäß Vereinssatzung ist es, die ortübliche, überlieferte Tracht zu pflegen und zu bewahren. Natürlich änderten sich im Laufe der letzten 125 Jahre beispielsweise Rock- oder Hutformen, aber die Grundzüge blieben immer bestehen. Durch das öffentliche Tragen einer korrekt angezogenen Tracht wird diese Tradition gepflegt.

Alles kann hier nicht erklärt, aber einige wichtige Dinge sollen genannt werden:

 

Die Loiferl: Loiferl nennt man die nicht ganz vollständigen „Wadelstrümpfe“, wie sie im Alpenraum von den Trachtlern getragen werden. Die Loiferl bestehen aus zwei Teilen: dem Socken am Fuß zum einen, sowie dem sogenannten „Stutz’n“, der sich um die (meist) strammen Wadl der Buam schmiegt. In Bergen haben wir eine bestimmte Farbe, mit denen die Strickerei am Loiferl verziert ist, und die nennt sich „moosgrün“.

Die Lederhose: Jeder (aktive) Trachtler ist natürlich im Besitz einer solchen. Man kann hier zwischen einer kurzen Hose, die oberhalb der Knie endet, oder einer Bundhose für die kälteren Monate, die unterhalb der Knie zugebunden wird, unterscheiden. Bei der „Kurzen“ muss man sich noch zwischen der „Plattlerhosen“, die im Oberschenkelbereich glatt ist, und der ausgestickten Lederhose mit reichen Verzierungen, wie Eichenlaub oder Gämsen, entscheiden. Die Stickerei ist in Bergen ebenfalls wieder in „moosgrün“ gehalten.

Das Dindlgwand: Hier unterscheiden wir bei den aktiven Dirndln in Bergen die Festtagstracht (das „Blauseidene“) und das sogenannte „Scheckei“ – einen mit kleinen Röschen verzierten Stoff, der hauptsächlich für Auftritte und auch beim Preisplattln getragen wird. Verheiratete Frauen tragen hingegen das Röcki → siehe Buchstabe R wie Röckifrauen.

 

U wie Unterstützung: Ein Fest in diesem Ausmaß wäre ohne fremde Unterstützung NICHT möglich. Daher sagen wir DANKE an all die, die zum Gelingen unseres Festes beitragen.

 

V wie Vereinsgruppen: Der Trachtenverein Bergen besteht aus vielen einzelnen Vereinsgruppen. Was zum Beispiel beim Sportverein die Abteilungen Fußball, Volleyball, Jujutsu oder Leichtathletik sind, das sind beim GTEV die Folgenden: die Bambinis, die Kinder- und Jugendgruppe, die Aktiven, die Röckefrauen, die Mannerleit, die Historische Gruppe, die Goaßlschnoizer und alle 10 Jahre die Pfannenflicker. Alle Vereinsgruppen ziehen für unser Fest an einem Strang, helfen bei den Vorbereitungen und proben für unseren Festabend zum 125-jährigen Bestehen des Trachtenvereins. Mia gfrein uns scho drauf!

 

W wie Werbung: Werbung ist natürlich sehr wichtig für so ein großes Fest, wenn man möglichst jeden Tag ein gut gefülltes Bierzelt haben möchte. Leider hat der Sturm „Sabine“ unser großes Werbebanner am Dorfplatz gleich zerfetzt, aber wenn nun die stürmische Jahreszeit vorbei ist, werden noch viele Banner im Dorfgebiet und in den Nachbargemeinden auftauchen. Wir hoffen, dass jeder auch noch fleißig Werbung macht im Bekanntenkreis – denn die beste Werbung ist immer noch die Mundpropaganda!

 

X wie Xselchts und Xsund: Achtung, Kinder! Natürlich gibt es diese Wörter nicht wirklich. A „G’selchts“ (gesprochen: Xselchts) ist geräuchtertes Schweinefleisch, und „g’sund“ (gesprochen: xsund) sind wir hoffentlich auch alle, wenn unser Fest am 16. Juli losgeht. A G’selchts oder an Speck gibt’s natürlich auch bei unserem Bier- und Weinfest am Freitag, den 17. Juli bei uns im Festzelt.

 

Y wie Youngster: Trachtenverein und Anglizismen – immer schon ein schwieriges Thema beim Trachtenverein! Gehört doch die Pflege der Muttersprache auch zu unseren Aufgaben als Verein! Aber keine Sorge, hier hat die Redaktion lediglich eine Überleitung gesucht, Y ist halt auch ein schwieriger Buchstabe :-) Unsere Y********, die Jüngsten also, heißen bei uns Bambinis (3 bis 5- jährige). Zwar auch kein bayrisches Wort, aber Bambinis deshalb, weil sie einfach schon zu groß sind, um Zwergerl zu heißen! Sie spielen, erfahren viel über Traditionen und Bräuche im Jahreskreis. Sie singen zusammen und machen gemeinsam erste, kleinere Tänze. Dank unserer engagierten Gruppenleiterinnen wird es nie langweilig und sie haben jede Menge Gaudi zusammen.

 

Z wie Zelt: Wer bei „Google-Maps“ den Suchbegriff „Gaufest 2020“ eintippt,findet den Festplatz. 

Der Standort unseres Festzeltes im Ortsteil Weidach unweit des Denk’n-Hofes ist also schon eingetragen! Es wird ein Festzelt der Superlative: auf einer Fläche von 4600 Quadratmetern wird das Hauptzelt über 8.000 Personen fassen können. Hinzu kommen 4 größere und einige kleinere Anbauzelte. Allein das Barzelt hat nochmal eine zusätzliche Fläche von ca. 750 qm. Die Bühne in der Mitte des Zeltes hat ca. 200 qm. (im Vergleich: die Größe unserer Bühne im Bergener Festsaal besitzt ca. 80 qm.) Wir wünschen uns viele schöne und friedliche Veranstaltungen dort – gemeinsam mit allen Bergener Bürgerinnen und Bürgern.

 

Kemmt’s zuaba und feiert's mit uns!